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20 Gästebuch

 

Ölsardinen Trainings-Camp

Passen auf einen Quadratmeter mehr als 3 Erwachsene Trinker?

Nicht überall, aber (früher) immer öfter im JULIO.

Jahrelang gelang es ihnen, sich auf einer Fläche von 1 qm  mit durchschnittlich drei Personen, die jeweils noch ein Bierglas in einer Hand hielten, bei Lärm-, Schweiß- und Zigarettenqualm- durchtränkter, sauerstoffarmer Luft,  aufzuhalten.

Heute ist das, mit einigen Ausnahmen, nicht mehr möglich.

Es soll Gäste geben, die beanspruchen mehr als 1 qm für sich, ihr Guinnessglas in der einen und den Paddy in der anderen Hand.

Beziehungskisten-

Schreinerei

Bei den vielen hautnahen Kontakten der früheren Sturm- und Drangzeit formierten  sich täglich mehr oder weniger zwangsläufig einige Beziehungskisten, aus denen intensive Freundschaften aber auch ernstgemeinte Ehen hervorgingen. In vielen Fällen wählte man die Wirtsleute oder die liebe Inge als Trauzeugen. Aus vielen Ehen gingen Kinder hervor, die sich (heute teilweise volljährig) bei einem Besuch im JULIO mit ihren Eltern die ollen Kamellen von damals anhören müssen.

Einige Pänze versuchen, die Eltern nachzuahmen und bemühen sich redlich, die Bierchen in gleicher Geschwindigkeit einzunehmen wie die Alten. Aber irgendwie ist dies heute eine andere Generation, die unsere ausgefeilten (früheren) Trinkgewohnheiten nicht nachvollziehen kann.

Die kürzeste Ehe zweier JULIO-Gäste, der der Wirt als Trauzeuge beiwohnte, hielt genau drei Monate. Danach war die Ehefrau verschwunden.

Hier, verkürzt, die "Fingerfood-Lizenz-Geschichte" vom 3.8.10:
 
Natascha vom Mausckub hatte auf dem Weg zum Stammtisch gaaaanz tolle, preiswerte Schälchen erstanden, zeigte sie mir und ich fragte sie nach dem Zweck dieser Neuinvestition. Da sie das noch nicht genau wusste, die Schälchen aber sooo schön und dazu noch stark preisreduziert waren, konnte sie  nicht anders und musste sie kaufen.
Nach kurzem Überlegen wurden sie sofort umfunktioniert in "Erdnussbehälter" und "Auffangschalen". Dazu der "Hebelöffel", um die Erdnüsse aus der Schale bakterienübertragungsfrei entnehmen zu können.
Anschließend die "Entsorgungsmenge" in den "Entsorgungsbehälter" geben, um den Fußboden sauber zu behalten. Und es entwickelte sich eine aufregende Geschichte, die außer Natascha und Wirt Peter keine der Mädels für unmöglich hielt.
 
Denn: "Das ist die neue Verordnung der EU-Kommissare, die bei einem nächtlichen Besuch im JULIO erschrocken waren, als sie den erdnussschalenüberfluteten Boden sahen und Wirt Peter androhten, die Erdnussverteilerlizenz zu entziehen."
Ungläubig, aber gehorsam folgte frau allen Anweisungen und Erläuterungen, die Peter den verunsicherten Mausclub-Mädels im Laufe des Abends erzählte. Keinesfalls wolle frau doch, dass ihr Lieblingsstammwirt Schwierigkeiten bekomme, nur weil frau sich benimmt, wie es seit 1974 hier Tradition geworden ist: Nämlich Erdnüsse essen und die Schalen auf den Boden werfen. Und wer es nicht glaube, der kann ja mal beim Carschhaus-Gourmet-Japaner an der Sushi-Theke nach der Fingerfood-Lizenz fragen. Die hänge nämlich im Rückbereich der Theke, eingerahmt und schön bunt. Allerdings in japanischen Schriftzeichen, aber der Inhalt ist eben diese "FINGERFOOD-LIZENZ zur Ausgabe von Sushi-Stücken ohne Stäbchen". EU-Norm eben, weil man nicht in Japan, sondern in Europa ist, unterliegen auch Sushi-Ausgabestellen dieser Vorschrift.
 
Und in manch einer Cocktailbar stehen auch diese Schälchen mit gesalzenen Erdnüssen auf den Tischen und jeder fummelt mit seinen Fingern darin herum und überträgt somit vielleicht auch noch die Vogelgrippe auf den Trinknachbar.

Dem wolle man Einhalt bieten und erließ diese
EU-Verordnung.
Nach einem Crashkurs bei der IHK könne man diese Lizenz erwerben. Aber solange sie nicht vorliegt, muss auf unbedingte Einhaltung der Hygieneverordnung geachtet werden.
 
Das waren unumstößliche Argumente, die auch im Laufe des Abends jedem weiteren Gast zur Kenntnis gebracht wurden.
 
Einen sehr geschätzten (guinnesstrinkenden) Ungläubigen erboste diese Verordnung so sehr, dass er noch in derselben Nacht an das Ordnungsamt eine Email schrieb.
Mit seiner ausdrücklichen Erlaubnis hier der Text der Originalschreiben:
 

Sehr geehrte Damen und Herren,

bei einem Besuch der seit ihrem Bestehen hoch geschätzten Kneipe Julio (1) fielen mir heute als erstes erdnusschalenfreier Boden, Tische und Tresen. dann verschiedene Einrichtungen zum Anbieten der von Natur aus hygienisch perfekt verpackten  Leckereien sowie zum Sammeln der bei Verzehr zwangsläufig anfallenden, gleichfalls unbedenklichen Schalen und schließlich die in ihrer brunzdummen Behämmertheit schwer zu überbietenden Ausführungen des verehrten Herrn Truxhorn auf (die Charakterisierung bezieht sich ausschließlich auf den Inhalt seiner Erzählung):

Vorgestern hatte er Besuch von zwei freundlichen Mitarbeitern des Ordnungsamtes, die ihn auf gravierende Verstöße gegen EU-Recht aufmerksam machten und um sofortige Abstellung der seit 1974 bestehenden Missstände baten: erst Erdnüsse ohne weiteres auf den Tisch, dann mit nicht desinfizierten und behandschuhte Händen in den Mund und schließlich die Reste auf den Boden geht nicht. Die Rede war von irgendwelchem fingerfood- und Hygienequack. Weil es mir nicht gelang, Hinweise auf solche Vorschriften zu finden, bitte ich um Ihre Stellungnahme:


1.) Falls das ganze nicht von Ihren Mitarbeitern angerichtet wurde: wie wollen Sie gegen die beiden Halunken vorgehen? Amtsanmaßung nennt man so etwas wohl.

Falls Sie wider Erwarten gezwungen sein sollten, solche Brüsseler Spezialitäten umzusetzen:

2.) Kann man nichts dagegen machen?

3.) Bitte geben Sie Hinweise auf Veröffentlichung der Texte, damit kann man sicher lustige Abende verbringen.

Ich bedauere sehr, dass Sie sich mit solchem Unsinn abgeben müssen und bitte um Ihr Verständnis, dass ich gerne näheres wüsste.

Mit freundlichen Grüßen

Schloß-Apotheke

Dr. Thomas R.

Die Antwort kam schon am nächsten Tag:

Sehr geehrter Herr Dr. R,


vielen dank für die Übersendung Ihrer Mail.

Ich habe Ihr Schreiben zum Anlass genommen, mich über den Sachverhalt

zu informieren. Der Ordnungs- und Servicedienst (OSD) überwacht die

Einhaltung der Düsseldorfer Straßenordnung, die - ähnlich wie eine

Hausordnung - das störungsfreie gesellschaftliche Miteinander in

öffentlichen Bereichen des Düsseldorfer Stadtgebietes regelt. Eine

Überprüfung der Gaststätte Julio's auf der Mühlenstraße hat jedoch

nach Rückfrage im betreffenden Sachgebiet nicht stattgefunden. 


Eine strafrechtliche Verfolgung von heir ist nicht möglich. Es steht

dem Inhaber der Gaststätte jedoch frei, bei der Polizei Anzeige zu

erstatten.


Ich hoffe, Ihnen mit diesen Angaben weitergeholfen zu haben.


Mit freundlichen Grüßen


Daniela Sch.

Landeshauptstadt Düsseldorf

Ordnungsamt

Ordnungs- und Servicedienst (32/51-2)

Worringer Straße 138

40210 Düsseldorf

 

Danke, Frau Sch., bei Selbstanzeige erhält man Straffreiheit, oder?

 ...und hier einige Bilder dieses denkwürdigen Mausclubmädelsstammtisch. Übrigens immer am ersten Mittwoch im Monat am Fenstertisch:

Vorschriftsmäßig werden die Nüsse mit dem Aufnahmelöffel aus der Sammelschale entnommen. Die Nussschalen anweisungsgemäß in den Erdnussschalen-Entsorgungsbehälter gegeben.

Der Fußboden unter dem Stammtisch ist auch nach Stunden noch absolut sauber.

Warum richtet Birgit hier schon nach einer Stunde ihren Mittelfinger in die Kamera?

Wirt Peter beim Zerstampfen der eingesammelten Erdnussschalen mittels Spezialerdnussschalenstössel im stoßbewährten ein liter-Glasmörserbehälter mit linkem Haltegriff. Dadutch wird das Volumen der Schalenmenge um 95 % verringert und derExtrakt kann platzsparend in der Originalverpackung an den Hersteller zurückgegeben werden. Hierzu ist ein Sondersammeltransporter aktiviert worden, der EU-weit einmal monatlich alle Behältnisse einsammelt und zur Erdnussölraffinerie verbringt. Dort gewinnt man das weltbekannte und bei Gourmets sehr beliebte, kaltgepresste Erdnussschalenöl, das der in vielen Ländern sehr beliebte Erdnussbutter als Grundstoff dient.

 Die Erlösung

 Punkt 24 Uhr löste ich den ganzen Spuk auf und verteilte die zuvor eingesammelten und kleingemörserten Erdnussschalen auf den bis dahin supersauberen Boden.

Das Gelächter war groß und alle waren wieder zufrieden, dass in ihrer Stammkneipe vorerst keine gravierenden Veränderungen zu verzeichnen sind.

Nur Stammgast Thomas war schon auf dem Heimweg und konnte somit die Auflösung nicht miterleben. Stattdessen setzte er sich an seinen PC und tioppte den obigen Brief an das Ordnungsamt (siehe oben)

 Zur Beruhigung aller hier der Normzustand gegen Feierabend im JULIO.

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Ein Foto aus uralter Zeit.

Man kam sich ganz schön nah, früher,
heute passen nicht mehr so viele rein...

Wohin mit 500 Zentner Erdnußschalen?

JULIO wegen Platzmangel geschlossen?

Elfriede rettete Erdnußbunker vor dem Ersticken.

 

Die gästefreundliche Idee, täglich 3 Kg Erdnüsse in Schalen an die Gäste zu verschenken, hätte vor Jahren beinahe das „Aus“ für die nur 91 Kubikmeter Rauminhalt fassende Kneipe bedeutet. Kein Platz mehr für die Gäste, weil die Schalen der in den letzten Jahren ausgepulten Erdnüsse bis zur Decke gereicht hätten.

Welche Alternative hatte Wirt Peter?

Weg mit den Schalen und her mit der Schwiegermutter Elfriede. Gott sei Dank konnte er sie davon überzeugen, dass ihr persönlicher, täglicher Einsatz im Julio nicht nur für die Gäste ein Weiterleben im JULIO bedeutete, nein, auch Tochter Angelika profitierte nach harten Nachtkämpfen von der putzbegeisterten Mama. Nur ihr ist es zu verdanken, daß am nächsten Nachmittag alle Unklarheiten vor- und vor allem hinter der Theke beseitigt waren und einem neuen, fröhlichen Trink- und Erdnußspaß nichts mehr im Wege lag.

 

Hier ein paar Zahlen zu den Erdnüssen:

Es wurden bis heute (1999) 23.375,00 Kilo Erdnüsse in Schalen verschenkt. Bei einem durchschnittlichen Einkaufspreis von ca. DM 4,00 pro Kilo ergibt dies die verschenkte Summe von DM 109.500,00 DM. Die Mehrwertsteuer ist nicht berücksichtigt. Abgesetzt wird alles über die Warengruppe „Werbemaßnahmen“ und die Müllabfuhr.

 

Zu einer DRUPA im Jahr 1980 brachte es eine Druckereifirma aus Berlin erstmalig fertig, den Inhalt eines 3 Kilo-Sacks Erdnüsse einzeln mit dem JULIO-Logo zu bedrucken. Dies sorgte auf der weltgrößten Druckereifachmesse für riesiges Aufsehen und wurde in alle Welt berichtet. Einzelne Exemplare existieren noch heute in den Schmuckkästchen, Tresoren oder Getränkekartenkästen.

 

Bei der Jubiläumsfeier und dem angeschlossenen Ratespiel zum 6-Jährigen Bestehen der Kneipe ermittelte Stammgast Kurt(i) Bressler, der leider vor einigen Jahren verstarb, die genaue Anzahl der in einem 3 Kilo Erdnußsack befindlichen Nüsse. Er gewann einen 3 Kilo Sack Erdnüsse, einen ganzen  französischen Edamer und wurde mit dem Wirt und den Siegprämien im Express abgebildet.

 

Nicht nur die Erdnüsse sind das Einzige, was seit 1974 Jahren nicht teurer geworden ist. Auch das Clopapier, die Handtücher, Bierdekel und die dufte Atmosphäre sind immer noch  g r a t i s  im JULIO (… und so manch ein Bierchen, wenn der Wirt mit den Gästen ein Spielchen wagt und verliert!)

 

JULIO´S GUINNESS PUB  | peter.t@julios.de