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20 Gästebuch

Ordnungsamt

Schnäppchen geschlagen 

Karfreitag. 16. April 1987.

13. JUBILÄUM der Kneipe, was gefeiert werden muß!

Aber: Totales Musikverbot. In allen Kneipen Totenstille. Was machen, wenn man trotzdem mit seinen Gästen an solch einem Tag seine Jubiläumsparty feiern will? Die Lösung: Bahngelände. Auf Bahngelände kann man rund um die Uhr zu jeder Tag- und Nachtzeit feiern, weil das Ordnungsamt hier keine Rechte der Öffentlichen Ordnung geltend machen kann. (Deshalb ist auf den Bahnhöfen auch immer der Punk los...)

 

Wirt Peter mietete einen ganzen Rheinbahnstraßenbahnzug, Vollgestopft mit kühlem Altbier, ein paar Fläschchen Wasser und einigen belegten Brötchen, liebevoll handgeschmiert von Wirtin Angie. Vormittags bei strahlendem Wetter trafen sich ein paar Dutzend JULIO- Auserwählte zur „Sonderfahrt“ durch die Totenstille Landeshauptstadt Düsseldorf. Dann sollten alle Kirchgänger merken, was sie in den letzten 13 Jahren verpasst hatten. „Äktschn“ auch am Karfreitag. Aus den Bordlautsprechern im Straßenbahnwagen dröhnten die Oldies aus den 60ern. Der Sound war gar nicht so schlecht wenn man von ein paar fehlenden Bässen absieht. DJ Peter konnte sogar die Titelansagen über ein eingebautes Microfon an die verdutzten Hausbewohner am Routenrand rüberbringen und die besonders zu erwähnenden Bauten der Landeshauptstadt erklären. Da war schon was los.

Heiner, Kellner mit besonderer Vorliebe für die  spezielle Fürsorge seiner Schutzbefohlenen, versorgte alle mit frisch gezapftem Alt. Es floß in Strömen. Ein kleiner unachtsamer Augenblick  in einer vom Fahrer zu rasant genommenen Rechtskurve ließ dem routinierten Kellner das Altbierfaß beim Anstechen  außer Kontrolle geraten. Es bereitete ihm eine wohltuende Erfrischung die er noch drei Stunden voll auskosten konnte. So lange ging die Fahrt noch durch Düsseldorfs feiertagsruhige Innenstadt.

So nach zwei Stunden historische Oldieumflutete Beschaulichkeit meldeten sich einige Blasenschwache (oder hatte Kellner Heiner ihnen wie gewohnt zu eifrig das Bierchen kredenzt?) Der Fahrer solle doch mal dringend anhalten, weil sonst einkleines Unglück passieren könne. Nach mehreren vergeblichen Versuchen dem rückwärtigen Linienverkehr auszuweichen gelang an einer Straßenkreuzung endlich der Not(durft)-Halt. Die Jungs mit Benno an der Spitze liefen in die Eckkneipe und fragten den Wirt, ob man mal schnell auf die Toilette dürfe. "Warum so eilig, Jungs, ist doch heute Feiertag?“ fragten die Frühschoppler. „Wir haben unsere Straßenbahn vor der Tür stehen und die wartet solange, bis wir wieder drin sind...“ Die erstaunten Blicke durch die Kneipenfenster auf die wartende Straßenbahn hätte man fotografieren sollen, als die drei 5 Minuten später erleichtert in die Bahn stiegen und die Fahrt weiterging.

Bei strahlendem Sonnenschein parkte die Bahn dann in einer Wendeschleife weit hinter Benrath und alle konnten sich kurz die Beine vertreten und das Toilettenhäuschen aufsuchen, bevor die Rückfahrt ins Stammhaus weiterging um dort den Rest des Karfreitags "in aller Ruhe" (?) zu begehen.
Selbersingen war auch damals nicht verboten. Da waren einige Gäste noch Textfest.

 

16. April 1987 JULIO-Stammgäste mit
Rheinbahn-Sonderzug. Pinkelpause
JULIO´S Weihnachtsdarter 2003

Erstes

Dart-Team

Düsseldorfs traf (sich) im JULIO

 

 

Er war eine markante Person im Lokal und hatte, im Gegensatz zu dem Wirt, das Land der GUINNESS-trinkenden Pfeilchen-werfer bereits mehrere Male besucht: Der Dudelsack Alfons.

 (Eigene Single, 45 u.p.M. noch zu verkaufen. Titel: Amazing Grace natürlich auf original schottischem Dudelsack.)

Dieser JULIO-Treue brachte eines nachts um das Jahr 1975 ein für die Chicago oder Schock-gewöhnten Knobel-freaks ein völlig neues Spielgerät ins Lokal.

Ein „Dartbrett“.

Das sei der "absolute Renner in Schottland und Irland und es hängt in jedem Pub", versicherte Alfons. Aber was sollen wir damit im JULIO?  Es wurde ein (un)-geeigneter Platz gefunden und irgendwie tauchten auch die Pfeilchen auf. Schon nach kurzer Zeit fand sich eine kleine Truppe, die fortan regelmäßig montags ab 16.00 Uhr bei geschlossener Kneipe mit bis zu 8 Leuten „dartete“.

 (Aus Sicherheitsgründen schon eine Stunde früher, denn als um 17.00 Uhr geöffnet wurde, war die Kneipe kurz danach voll und die Gäste saßen unter dem Dartboard)

Man warf auf und auch neben diese ausgefranste Scheibe bis die Löcher in der Holzvertäfelung die Pfeile verschluckten. Nach und nach wurden fast alle besser. Es wurden JULIO-Dartmeisterschaften ausgetragen, später spielte man sogar gegen andere Dart-Teams, die auch von der neuen Sportart gehört hatten.

Die Auswärtsspiele waren den JULIO Dartern, die immer mächtig Stimmung hatten,  zu ernst, man hatte kaum Spaß und außerdem war es schwierig, der Gegenmannschaft im JULIO meisterschaftsgerechte Dartbedingungen zu bieten. Also verzichtete man auf internationalen Erfolg und hatte seinen wöchentlichen Spaß bei Dart-Spezialregeln, die in keinem offiziellen Regelbuch zu finden sind.

Beispiel für Insider:

 „Schanghai“ = Single, Double, Triple. Spiel gewonnen, das Werferteam erhält vom Gegner zusätzlich eine Schnapsrunde.

„Split Eleven“ =

bei Doppel 1 Rest ist das Spiel auch gewonnen, wenn der erste Pfeil im Single 1 und der zweite Pfeil zwischen den beiden Einsen am linken Rand der Scheibe einschlägt.

Solche und ähnliche Erfolge brachten den Riesenspaß der ersten JULIO DART-Formation 1979-84.

 

Natürlich wird auch heute noch gedartet.

Es bildete sich so um 1999 ein kleiner Kreis von 4 Personen, der sich "JULIO`s Royal Harmony Dart Team" nannte. (oder so ähnlich.) Dieses Team spielte-  mehr oder weniger regelmäßig und ebenso oft harmonisch wie einträchtig- immer mittwochs, bis ein Mitglied berufliche internationale Verpflichtungen wahrnehmen mußte. Ein anderes Mitglied veränderte den Arbeitsplatz und den Spielpartner.  Seitdem wird nur noch bei besonderem Bedarf und Gelegenheit gedartet.

Neuerdings gesellen sich immer häufiger echte STEEL-Dartfreunde unter die JULIO-Gelegenheitsdarter.

 

Übrigens:

Im Gegensatz zu sehr vielen "Irish Pubs" mit "Elektronic-Darts" (mit Plastikpfeilchen und elektronischer Wurfscheibe mit automatischer Rechenanzeige) wirft man/frau im JULIO immer noch mit  "STEEL-DARTS", (und verlangt neben absoluter Zielgenauigkeit auch noch kopfrechnerische Fähigkeiten) was den eigentlich echten Profi-Darter erkennen lässt.

 

 

JULIO´S GUINNESS PUB  | peter.t@julios.de